search
Interview mit Geschäftsführer Thomas Fankhauser bezüglich der neuen Pressvorrichtung

"Ich garantiere für die Qualität der Leimfuge" - Bauen mit Holz

 
zur Produktseite

"Ich garantiere für die Qualität der Leimfuge"

Interview mit Thomas Fankhauser

Die Verklebung von Holzrahmenelementen verbessert deren bauphysikalische Eigenschaften und stellt damit einen weiteren Innovationsschritt im Holzbau dar. Damit dies rationell im Betrieb umgesetzt werden kann, bedarf es einer entsprechenden Maschinentechnik. Wir sprachen mit dem Schweizer Ingenieur und Unternehmer Thomas Fankhauser über den Markt und seine Produkte.

Bauen mit Holz, Ausgabe 10 2013

Auf Facebook verfolgen

BAUEN MIT HOLZ: Welche Innovation bietet Ihr Unternehmen für die Verleimung von Deckenelementen im Holzrahmenbau?

Thomas Fankhauser: Die Woodtec Fankhauser GmbH ist seit über 16 Jahren für ihren Elementbautisch bekannt. Nahezu 250 Betriebe in ganz Europa setzen unseren Montagetisch zur Vorfertigung von Holzrahmenelementen ein. Dieser wird laufend erweitert und mit Zubehör aktualisiert je nach Trend und Bedürfnissen des Holzrahmenbaus.

Ein klarer Trend ist heutzutage in Richtung verleimte Holzdeckenelemente spürbar, wobei die innovativsten unter den Holzbaubetrieben schon seit einigen Jahren darauf setzen. Vorteile von verleimten Holzdeckenelementen wie Hohlkastenelementen oder Rippendecken sind unter anderem die verbesserten statischen Eigenschaften: Das bedeutet weiter gespannte Elemente mit verbesserter Schwingungssteifigkeit. Außerdem können Elemente schlanker hergestellt werden, was Holz spart und größere Raumhöhen ermöglicht. Das Problem bei der Produktion war bisher, dass Schrauben angebracht werden mussten, um die verschiedenen Holzteile zur Verklebung zusammen zupressen. Das war sehr zeitaufwendig und kostspielig und brachte zudem nicht immer befriedigende Resultate mit sich.

Deshalb haben wir 2011 ein pneumatisches Presssystem auf den Markt gebracht, das sich einfach auf dem bereits vorhandenen Elementbautisch integrieren lässt. Das Element wird auf dem Elementbautisch zusammengesetzt und verleimt. Dann werden Pressrahmen über dem Element fixiert und im Elementbautisch verankert. Diese werden anschließend an Pressluft angeschlossen und das Element wird damit pneumatisch gepresst. Zum Auftragen des Klebstoffs bieten wir außerdem ein Handgerät an, das speziell zur Pressvorrichtung entwickelt wurde.

Was sind die Vorteile des neuen Systems?

Das System wurde auf hohe Effizienz ausgelegt. Einerseits fällt das Nageln (in der EU sowieso nicht erlaubt) oder Schrauben weg, was normalerweise sehr viel Zeit beansprucht und auch hohe Materialkosten mit sich bringt. Andererseits kann das Element in einem einzigen Arbeitsgang hergestellt werden. Bei der herkömmlichen Schraubpressung müssen Kastenelemente erst auf der einen, dann auf der anderen Seite verpresst werden, mit der Pressvorrichtung können beide Seiten gleichzeitig gepresst werden, wodurch man mehr als doppelt so schnell ist. Außerdem ist das Drehen des auf einer Seite frisch verleimten Elements sehr heikel und wird in der Praxis sehr oft falsch gemacht, wodurch es zu Schädigungen der ersten Klebefuge kommen kann. Zudem fertigen unsere Kunden oft mehrere Elemente gleichzeitig, die sie aufeinanderstapeln und so gleichzeitig pressen, was wiederum viel Zeit spart.

Die Unterseite des Elements kann ohne Aufwand in Sichtqualität ausgeführt werden, da keine Schraubenköpfe sichtbar sind. Oft ziehen ja heute Bauherren Dreischichtplatten der herkömmlichen Täfelbekleidung vor und die Platten sind dann, dank der Verklebung mit den Längsrippen, nicht nur Bekleidung, sondern statisch tragender Teil eines Flächentragwerks. Ein dritter Vorteil ist, dass der Druck sehr genau reguliert und überwacht werden kann. Damit kann die Qualität der Leimfuge garantiert werden.

Für welche Unternehmen lohnt sich der Einsatz des neuen Verfahrens?

Da viele Unternehmen bereits über einen Elementbautisch verfügen und nur die Pressvorrichtung dazu kaufen müssen, hält sich die Investition in Grenzen. Im Schweizer Markt rechnen wir mit einer Amortisation in rund einem Jahr, im EU-Raum dürfte das ein wenig mehr sein, da die Betriebe zusätzlich über eine „Leimbaugenehmigung für tragende Holzbauteile“ verfügen müssen. Für Betriebe die bereits verleimte Holzelemente herstellen, sind die Vorteile der Pressvorrichtung sofort spürbar. Aber auch für Betriebe, die diese Entwicklung noch nicht vollzogen haben, ist das System interessant und ermöglicht eine viel kostengünstigere Produktion solcher Holzelemente, als das bisher möglich war.

Welche betrieblichen Voraussetzungen müssen für deutsche Unternehmen gegeben sein?

Dank des garantierten Drucks der Pressvorrichtung können Holzelemente wie Kastenelemente oder Rippendecken nach dem Eurocode 5 als Standard-Bauteile hergestellt werden. Deutsche Unternehmen brauchen zusätzlich nur eine Leimbaugenehmigung für tragende Holzbauteile sowie eine Eigen- und Fremdüberwachung der Produktion. Zu deren Erhalt stehen wir natürlich unseren Kunden mit Rat und Tat zur Seite.

Welche Marktentwicklung erwarten Sie für die pneumatische Pressvorrichtung?

In der Schweiz haben wir bereits fünf Systeme im Einsatz. In Deutschland und Frankreich folgen bald die ersten Anlagen. Wir erwarten, dass Unternehmen, die bereits verleimte Elemente herstellen, sehr schnell auf die Pressvorrichtung umsteigen werden. Der Vorteil ist ja auch, dass die Pressvorrichtung zur Amortisation nicht voll ausgelastet werden muss. Sofern keine Elemente verleimt werden, kann man auf dem Elementbautisch herkömmliche Holzrahmenelemente herstellen. Viele Neukunden schätzen diesen Vorteil enorm. Die Entwicklung wird auch stark vom Markt für verleimte Elemente getrieben sein. Viele unserer Kunden zeigen Interesse an der Pressvorrichtung, bieten entsprechende Produkte ihrerseits an, und sobald sie am Markt eine steigende Anfrage feststellen, investieren sie in die Pressvorrichtung.

Mehr News in folgenden Kategorien:

Produktneuheiten
 
Konferenzen & Messen
 
Medienmitteilungen
 
Pressemeinungen
 
 
Das System wurde auf hohe Effizienz ausgelegt.
Thomas Fankhauser



Veröffentlicht am:
15:17:57 25.10.2013 von CMS System Benutzer

Letzte Aktualisierung
07:48:27 28.10.2013